| Youth World Show 2009 |
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Tagesberichte zum AQHYA World Show Start 2009 (30.07-08.08.) von Leonie Fischer (14)
Mittwoch, 29.07. :
Nachdem wir nach dem anstrengenden Flug in Dallas Ft. Worth ankamen, haben wir uns mit einem Mietwagen auf den Weg nach Thackerville/Oklahoma zur Turner/Bradshaw Ranch gemacht. Dort trafen wir Ted, sowie Rita und Vern Habighorst mit ihren Enkeltöchtern Monica (12) und Kaylee (8). Monica wird auch auf der World Show in der Halter starten und mit mir bei Ted trainieren. Um eine Lagebesprechung abzuhalten, sind wir am Abend gemeinsam Essen gegangen. Ich wollte unsere 2-jährige Stute Joy (Designed By Royal Te) unbedingt noch kennen lernen, denn ich hatte sie bis dahin nur auf Fotos gesehen, und darum fuhren wir nochmal in den Stall. Sie war sehr ruhig und freundlich und Ted versprach mir: "Morgen weck ich sie für Dich auf!" Danach sind wir todmüde ins Hotel gefahren.
Donnerstag, 30.07. :
9 Uhr im Stall: Erstes Training bei Ted. Der Trainingsbetrieb war schon im vollen Gange. Durch leichten Regen fand alles in der großen Arena statt. Auf dem Hufschlag fuhren Co-Trainer auf Quads und führten die Trainingspferde mit sich. Ted saß im Innenbereich auf einem „Ponyhorse" und trainierte die Pferde als Handpferd. Er erklärte mir, dass er, um die Gelenke der Pferde zu schonen nicht longiert, sondern die Pferde möglichst viele Graden laufen lässt.
Ted zeigte mir die Grundlagen des Aufstellens und wie die Pferde hier in Amerika geshowt werden müssen. Danach versuchte ich alles mit Joy umzusetzen. Und - Ted hatte Recht. Heute war Joy viel frischer als gestern und zeigte mir gleich, dass sie nach einer starken und konsequenten Hand verlangt.
Nach der Mittagspause hatte ich die zweite Trainingseinheit, in der wir das Vorstellen bei mehreren Richtern durchgingen.
Freitag, 31.07. :
9 Uhr: Trainingsbeginn. Da hier in Amerika die Füße beim Aufstellen nicht angefasst werden, heißt es immer wieder üben, üben, üben. Es geht um cm und um Geschwindigkeit, da auf der World 5 Richter zu jeder Zeit das Pferd beurteilen möchten. Es läuft immer besser, nur beim Jog haben wir noch nicht zueinander gefunden. Um 11 Uhr sind wir die 120 Meilen nach Oklahoma City zum State Fair Centre gefahren, um einen ersten Eindruck von der Youth World zu bekommen und nach einem Showoutfit für mich zu schauen.
In der Trade Show Halle auf dem World Show Gelände präsentieren sich viele Aussteller und Rita und Vern haben uns über die neusten Trends der Showoutfits aufgeklärt.
Auch World Champions sind abergläubisch – Ted hat uns verboten, etwas Gelbes oder Grünes auszusuchen.
Nachdem wir jeden Stand kannten und ich vieles anprobiert hatte, haben wir uns für ein wunderschönes Outfit in rot/silber/schwarz entschieden, welches mein schwarzes Pferd am besten zur Geltung bringt.
Am AQHA Stand habe ich mich über den genauen Ablauf der Parade of Nations am Montag Abend erkundigt. Danach sind wir zurück nach Thackerville gefahren, denn es stehen noch weitere Trainingseinheiten mit Ted an.
Samstag, 01.08. :
9 Uhr morgens: Training mit Ted. Heute haben wir geübt, wie ich mein Pferd am besten handle, wenn es oder andere Pferde unruhig werden oder außer Kontrolle geraten, da vermutlich in der Show sehr viele Pferde auf engstem Raum zusammen stehen werden. Diese Trainingseinheit klappte ganz gut und für das nächste Training haben wir uns für 16 Uhr verabredet, da Joy zuvor einen „Friseur-Termin" hat.
Die Zeit bis dahin nutzten wir und sind nach Tioga gefahren. Wir besuchten Keith Long auf seiner Ranch, der sich sehr freute und uns den Hengst A Good Machine und die Nachzucht zeigte. Anna ist leider noch in Deutschland, so werden wir sie erst auf der EM treffen.
Danach haben wir einen Abstecher nach Pilot Point gemacht und Steve Heckaman besucht.
Er empfang uns sehr herzlich und gratulierte mir sofort zu meinem guten Abschneiden bei der NSBA European Championship mit der von ihm gezogenen Stute Made of Potential. Steve zeigte uns seine beiden Hengste Potential Asset und Potential Investment, die beide munter in ihren kühlen Boxen standen.
Mit Steve hatten wir uns viel zu erzählen und mussten uns dann etwas beeilen, damit ich pünktlich zum nächsten Training bei Ted erscheinen konnte.
Als wir ankamen, wurden Joy grade Schweif Extensions in sehr dünnen Strähnen für die bevorstehende Show eingearbeitet. Das dauerte tatsächlich einige Stunden und ist auch sehr aufwändig, doch auf der World Show sind Toupets ungerne gesehen.
Auch mit dem Training am Nachmittag war ich sehr zufrieden, und das Set Up klappte immer schneller, obwohl uns die Hitze sehr zu schaffen macht.
Die Kaltfront zieht langsam ab und es wird von Tag zu Tag heißer. Heute war es mittags schon über 35°C im Schatten.
Das nächste Training ist morgen, 8:30 Uhr.
Sonntag, 02.08. :
8:30 h Training bei Ted. Heute trainierten wir im Freien auf einer großen Wiese, damit Joy mit mir auch unter Ablenkung ihren Job macht. Sonntags ist auf der Ranch für Mensch und Tier Ruhetag, sodass nur einmal Training stattfand. Walk, Jog, Back Up, Set Up, Turn – das wiederholten wir bei fast 40° C immer wieder.
Den Rest des Tages haben wir zuerst im Outlet in Gainesville und dann am Hotelpool verbracht.
Vielen Dank für die lieben Grüße, die mich über Facebook und Schülervz erreichten!
Montag, 03.08. :
8.30 h Abschlusstraining auf Ted‘s Anlage. Heute übten wir den letzten Feinschliff. Wir gingen nochmal alles durch, und er beantwortete mir alle meine noch ausstehenden Fragen.
Dann machten wir uns auf den Weg nach Oklahoma City in den State Fair Park. Dort holten wir zuerst im Show Office meine Startunterlagen. Ich werde mit der Startnummer 425 starten. Tolle Sache: Jeder Starter erhielt einen Gutschein für eine Wrangler Jeans mit Cap, und ein World Show T-Shirt for free. Da ich die einzige Starterin für Deutschland bin, meldete sich eine Dame vom American Quarter Horse Journal, die mich interviewte und fotografierte.
19 h: Treffen in der Abreitehalle für die Parade of Nations. Frankreich, Großbritannien und Deutschland bilden das Team für die Region 11, und ich sollte mit den Startern der beiden anderen Länder bei der Parade of Nations in die Arena einmaschieren. Jeder Staat hat sich unter dem Motto „Rock your World" verkleidet.
Region 11 sollte zum Schluss einlaufen, und ich wartete und wartete und wartete... auf die anderen Europäer.
Als Region 11 aufgerufen wurde, trat ich den Weg in die große Arena alleine an.
Es war ein tolles und einmaliges Gefühl.
Nach dem großen Parade of Nations Abschlussbild, knüpfte ich die ersten Kontakte zu dem Team aus Arkansas.
Dienstag, 04.08. :
Heute standen die Showmanship Vorläufe auf dem Programm, die ich mir unbedingt angucken wollte. Es waren 178 Starter und es dauerte über 4 Stunden. Es war schon sehr beeindruckend, wie hier Mensch und Pferd zusammen harmonierten. Der Standard liegt weit höher, als wir es in Europa kennen. Außerdem waren die bunten, glitzernden Outfits wunderschön anzuschauen.
Danach kamen die Finals von der Reining. Hier haben wir Jessica Sternberg aus unserer Region 11 (Großbritannien) die Daumen gedrückt. Mit ihrem ersten Pferd widerfuhr ihr nach einem beherzten und sauberen Ritt jedoch beim zweiten Stop ein Missgeschick und sie erritt leider nur einen 0-Score. Mit Ihrem zweiten Pferd belegte sie einen beachtlichen 6. Platz! Gewonnen hat Emily Winegar, die in den beiden vergangenen Jahren jeweils den 2. Platz bei der Youthworld belegte. Auch in der Reining habe ich ein sehr hohes Niveau gesehen, mit vielen Jugendlichen, die problemlos eine 71 oder 72 reiten können. Wir sind halt auf der World Show :-).
Den Rest des Nachmittags waren wir am Hotelpool und haben die Sonne genossen, und anschließend stand noch Shopping auf dem Programm.
Alle Ergebniss von der Youth World 2009 findest Du hier....
Mittwoch, 05.08.:
Der Tag begann mit den Trail Vorläufen. Der aufgebaute Parcours war sehr anspruchsvoll. Von den 54 Stangen waren die meisten erhöht, und fast alles war im Lope, mit zum Teil sehr engen Wendungen zu reiten. Sogar beim Durchreiten des Tores war eine erhöhte Stange zu überqueren. Die Prüfung mit den 167 Startern dauerte 8 (!!) Stunden.
Ab 16:30 Uhr folgten dann die Hunt Seat Equitation Vorläufe, von deren Niveau ich etwas enttäuscht war.
Die Pattern war sicherlich sehr schwer, aber bei vielen Startern fehlte es an Genauigkeit und Rittigkeit.
Ich habe die Pattern von allen Disziplinen am Show Office heute abgeholt und versende diese gerne auf Nachfrage per Email ab Montag von zuhause.
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Parallel zu den Reitklassen fanden einige andere Wettbewerbe statt, so habe ich mir heute die Talentshow angeschaut, wo z.B Jugendliche Instrumente gespielt, oder Lieder performt haben.
Ich war danach noch am AQHA Stand und habe mir die Kleidung mit dem aktuellen Youth World Logo angeschaut, und auch die offizielle AQHYA Champion Lederjacke, die der Erste und Zweite jeder Klasse verliehen bekommt.
Übrigens habe ich heute im Pooltauchen meinen Vater geschlagen!!
Donnerstag, 06.08.:
Nach dem Frühstück ging ich zuerst in die State Fair Arena und habe mir die Equitation over Fences und Working Hunter Vorläufe angeschaut. Sie unterscheiden sich dadurch, dass bei der Working Hunter die als Parcours aufgebauten Hindernisse etwas höher sind, und die Springmanier mit bewertet wird. Es gab eine Vielzahl von Verweigerungen und auch einige Stürze waren zu sehen.
Danach war der Jumping Vorlauf und hier wird wie beim Englischen Springreiten gewertet. Hier muss der Parcours in einer bestimmten Zeit fehlerfrei durchritten werden. Diese Prüfung fand ich sehr spektakulär.
Nach der Mittagspause kam das Showmanship Finale. Es lief auf einem so hohen Niveau ab, dass ich bei den Top 10 die Unterschiede nicht mehr sehen konnte.
Kaum war die Siegerehrung vorbei, musste ich auch schon in den Stall und mein Pferd begrüßen, denn Ted kam mit den beiden Pferden von Monica und meiner Joy an. Wir haben die Boxen und die Tackbox eingerichtet, und uns gleich zum nächsten Training morgen früh 5 Uhr in der Arena verabredet.
Ich bin dann noch einmal zum Showring gegangen, denn es standen 5 Cuts der Western Pleasure Vorläufe an. Aus jedem Cut kamen 8 von den 20-25 Reitern in die beiden Halbfinals. Insgesamt war ich etwas enttäuscht, denn viele Ritte entsprachen nicht den neuen AQHA Richtlinien. So war z.B der Kopf vieler Pferde viel zu tief und scheinbar zählt bei vielen Reitern noch Langsamkeit vor Taktreinheit.
Gespannt bin ich auf das Finale am Samstag!
Freitag, 07.08.: Heute morgen haben wir uns in aller Frühe im Stall getroffen, weil wir in der großen Arena trainieren wollten. Leider war das nicht möglich, weil schon um 5 Uhr (!!) der Trail für das anstehende Finale um 8 Uhr aufgebaut wurde und die Teilnehmer den Originalparcours schon abreiten konnten!
Wir trainierten dann in der Abreitehalle daneben und obwohl die Umgebung fremd war, war mein Pferd ruhig und es hat alles gut geklappt.
Danach sind wir zum Frühstück ins Hotel gefahren und waren pünktlich zur Performance Halter Mares und Geldings wieder in der State Fair Arena.
Hier konnte ich den Ablauf einer Halter Klasse hier schon einmal kennen lernen.
Es folgte der Hunter under Saddle Vorlauf mit 188 Teilnehmern. Neben sehr guten Hunterpferden waren ähnlich wie bei uns auch viele All-Arounder am Start. Auffällig war hier, dass wirklich keiner den Hufschlag benutzt hat.
Morgen ist es dann soweit. Ich werde gegen 17 Uhr deutscher Zeit meinen Start in der 2-Year-Old-Mares haben. Wittelsbuerger überträgt per Livestream!
Danke an alle, die mir die Daumen drücken!!
Samstag, 08.08.:
5 Uhr: Abschlusstraining in der Arena. Wir trainierten 10 Minuten, dann ließ Ted Joy als Handpferd locker 10 Minuten traben. Anschließend nochmal 30 Minuten Feinschliff – wo stehen die Richter, wo die Stewards, was muss ich beachten, wie showe ich am Besten…
Danach sind wir zum Frühstücken ins Hotel gefahren und ich habe mich showfertig umgezogen. Um 8:30 Uhr waren wir wieder im Stall und warteten auf meinen Start. Endlich um 9:45 Uhr (16:45 deutsche Zeit) war es dann soweit und ich bin mit meinem Pferd durch den Gateway of Champions in die Arena eingelaufen. Wow, war das ein Gefühl, denn jeder Worldchampion der letzten 30 Jahre ist diesen Weg gegangen.
Joy war im Vergleich zu manch anderen Pferden meiner Klasse super lieb und ließ sich gut präsentieren. Die Prüfung dauerte insgesamt ca. 60 Minuten und es war ganz schön aufregend, als bei der Siegerehrung einer nach dem anderen platziert wurde und ich immer noch an der Rail stand. Und als der 4. Platz vergeben war wusste ich, dass ich eine Trophy gewonnen hatte.
Voller Stolz bin ich dann mit meiner 3rd Place Trophy von der Arena zum Fotoshooting gegangen.
Ich habe mich schnell umgezogen um Monica, die in den Klassen Aged Mares und Aged Geldings startete, die Daumen zu drücken.
Mit ihrer Stute Existing wurde sie bei harter Konkurenz Dritte und mit RPL My Te Cheerful sogar World Champion! Congratulations Monica.
Großen Dank an Ted Turner, der mich in die Geheimnisse des Showens in den United States einweihte und immer für Fragen offen war!
Vielen Dank auch an Rita und Vern Habighorst, die mir nicht nur in Sachen Outfit zur Seite standen.
Vielen Dank an meine Eltern, denn ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen!
Leonie Fischer
Alle Ergebniss von der Youth World 2009 findest Du hier....
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Das klappte alles ordentlich, und ich bekomme langsam ein gutes Gefühl für Joy. Dann bin ich mit Ted nochmal alle Hilfen durchgegangen, wie ich erkenne, ob das Pferd optimal steht.

